Vollerhebung in 7’605 Schweizer Aktiengesellschaften

mit über 50 Mitarbeitenden Ausgabe September 2020

in dankbarer

Herausgeber-

Partnerschaft

19%

INNERHALB der 30/70 Bandbreite

67%

OHNE Frauen im Verwaltungsrat

274

50/50 Champions

Insgesamt:

84%

Männer

14%

Frauen

dank substanzieller Unterstützung von

Auf einen Blick

Wie gut sind wir wirklich beim Thema Diversität? In der Schweiz gibt es - Stand Juli 2020 - 7’605 Aktiengesellschaften mit über 50 Mitarbeitenden. Erstmals 2020 publiziert GetDiversity nun eine Vollerhebung über die Diversität in der Leitung von allen mittleren und grossen Aktiengesellschaften der Schweiz. Warum? Weil wir Transparenz schaffen wollen, inwiefern eine erfolgreiche Schweiz funktioniert, in der alle Talente ihre Fähigkeiten optimal einbringen können.

Zwei gute Nachrichten zuerst. Erstens, es gibt bereits 274 Unternehmen in der Schweiz, die sowohl im Verwaltungsrat wie auch bei den Zeichnungsberechtigten eine 50/50-Verteilung leben. Wir nennen sie in dieser Publikation «Diversity Champions». Zweitens: Insgesamt 1’453 Aktiengesellschaften oder 19% aller untersuchten Firmen halten die bald ültigen Geschlechterrichtwerte für Verwaltungsräte von börsenkotierten Unternehmen von 30% bereits ohne gesetzliche Verpflichtung ein.

Und die anderen? 3’032 der ausgewerteten Firmen, oder 40% dieser Aktiengesellschaften haben keine Geschlechterdurchmischung weder im Verwaltungsrat noch bei den Zeichnungsberechtigten – 2’965 arbeiten ohne Frauen, 67 ohne Männer in verantwortlichen Positionen. 4’961 oder 67% der Firmen haben keine einzige Frau in ihrem Verwaltungsratsteam, 132 keinen Mann. Es gibt in der Schweiz 3'528 Verwaltungsratssitze bei mittleren und grossen Unternehmen, die von Frauen ausgefüllt werden. Diese Frauen verfügen bereits über Verwaltungsratserfahrung. Es gibt sie also, wenn man sie finden will.

13'643 Zeichnungsberechtigte in Schweizer Unternehmen sind weiblich. Das sind Frauen, die grundsätzlich viel Verantwortung tragen.

Es gibt für jedes Mandat die vielfältig richtige Person – wir finden sie.

Esther-Mirjam de Boer

Carla Jane Kaufmann

Unternehmerinnen GetDiversity GmbH

Frauen sind sensibilisiert auf das Thema Diversität und Inklusion. Und Männer? Genervt? - Eventuell. Und ich kann sie verstehen. Diversität ist ein abstrakter Ausdruck, der nicht annähernd faktisch widerspiegelt, was er in der Wirtschaft bedeutet. Diversität scheint mir auch hin und wieder ein Beschäftigungsprogramm für Frauen zu sein. Unter vorgehaltener Hand hab ich schon von mancher HR-Chefin gehört „They do that to keep me busy“. Und mit „they“ sind die Männer in der Teppichetage gemeint. Ich bin weit davon entfernt, hier einen Geschlechterkampf 2.0 vom Zaun zu brechen. Das scheint mir auch angesichts der aktuellen weltpolitischen und ökonomischen Lage weder angebracht noch zielführend. Aber wir müssen das Thema der Vielfalt - von Meinungsvielfalt bis Ausbildungsvielfalt - doch schlicht und ergreifend als Ressource betrachten. Eine Ressource, welche uns wirtschaftlich gesehen, gerade in angespannten Zeiten, einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschafft: wer Vielfalt in seinem Unternehmen hat, kann die schnelleren und smarteren Entscheide treffen. Und in Zeiten von und nach Corona, ist genau das von zentraler Wichtigkeit. Wir können keine langen, komplizierten Entscheidungswege mehr beschreiten. Die Pandemie zwingt uns zu deutlich mehr Agilität. Und die Gewinner in diesem Spiel werden jene Firmen sein, die Agilität und Vielfalt in ihre DNA aufgesogen haben. Weil es eben genau diese Unternehmen sein werden, die angesichts der verrückten und sich ständig ändernden Rahmenbedingungen, agilere und intelligentere Problemlösungen zu Tage bringen.

Geschätzte Herren, wollen Sie gerade in dieser Pandemie „more of the same“ oder wird das nicht allmählich zum Risiko, das richtig viel Geld kosten könnte?

Gentlemen, wir sind hier. Gut ausgebildete Frauen jeglichen Alters mit häufig multi-diversem (Bildungs)-Hintergrund. Lasst uns die aktuellen Herausforderungen gemeinsam lösen. Für alles andere, haben wir keine Zeit mehr.

Sandra-Stella Triebl

Founder & EntrepreneurNetwork

Expert & Board Consultant

Welchen Stellenwert nehmen Vielfalt & Inklusion bei der Schweizerischen Post ein?

Valérie Schelker: Vielfalt & Inklusion nehmen einen wichtigen Stellenwert ein. Denn unsere rund 56’000 Mitarbeitenden aus 140 Nationen sind so vielfältig wie unsere Kundinnen und Kunden. Deshalb sind wir überzeugt, dass Vielfalt und Inklusion wichtige Erfolgsfaktoren der kundenzentrierten Innovation, Produktentwicklung sowie unserer Dienstleistungen im Allgemeinen sind.


Welche Netzwerke unterstützt die Post?

Valérie Schelker: Wir bieten verschiedenste interne Netzwerke an, zum Beispiel «Mosaico» für sprachliche und kulturelle Themen, «YoungVoice» für die Vernetzung unserer jüngsten Mitarbeitenden oder «Rainbow» für lesbische, schwule, bisexuelle und Transgender Mitarbeitende und Interessierte. Zusätzlich pflegen wir den Austausch mit diversen externen Interessengruppen und Netzwerken.


Wie geht die Post mit Diskriminierung um?

Valérie Schelker: Wir sind uns bewusst, dass Diskriminierung im Alltag vorkommt. Bei uns gilt die Nulltoleranz. Wir schulen nd sensibilisieren unsere Mitarbeitenden, Fach- und Führungskräfte regelmässig und bieten verschiedene Möglichkeiten, Diskriminierung direkt oder anonym zu melden. Diese Meldungen nehmen wir sehr ernst.


Sie sind aktuell die einzige Frau in der Konzernleitung der Post. Liegen Ihnen die Themen Vielfalt und Chancengleichheit deshalb besonders am Herzen?

Valérie Schelker: Als Personalchefin ist es meine Aufgabe, die Chancengleichheit konzernweit voranzutreiben. Studien zeigen, dass durchmischte Teams zufriedener und wirtschaftlich erfolgreicher sind. Gleichstellung bedeutet für mich jedoch nicht nur, dass alle – unabhängig von der Hierarchiestufe oder dem Geschlecht – die gleichen Möglichkeiten und Rechte haben, sondern dass man sich respektvoll und auf gleicher Augenhöhe begegnet. Denn ich bin auch persönlich davon überzeugt, dass gelebte Vielfalt und

gegenseitiger Respekt uns einerseits auf der zwischenmenschlichen Ebene, andererseits auch im unternehmerischen Umfeld bereichern. Insofern ja, es ist nicht zuletzt auch ein persönliches Anliegen.

Valérie Schelker

Mitglied der Konzernleitung

Die Schweizerische Post

Vielfalt und Inklusion entwickeln

WO

Gesellschaft

Individuum

Team

Organisation

WAS

advocate

find, promote & retain peoplea

transform behavior

fix the system

WARUM

100% der Talente erreichen

Die richtigen Talente am richtigen Ort

Vorbilder und Kooperation machen erfolgreich

Strukturen & Regeln, die die erwünschten Ergebnisse hervorbringen

WIE

attractive

bias free

inclusive

systematic

Inclusive Culture

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Margrit Rainer-Strasse 11c CH-8050 Zürich

Erstellt von Egor Bulgac